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Romeo und Julia

Romeo und Julia
Romeo und Julia

Romeo und Julia

Premiere 25. Februar 2012
 

Choreographie: Stephan Thoss
Musik: Sergej Prokofjew und Michael Nyman
Musikal. Leitung: Wolfgang Ott
Kostüm: Jelena Miletic
Bühnenbild: Stephan Thoss
Dramaturgie: Anja von Witzler
Video: Andreas Etter
 

 

Seine Beredsamkeit ist ungebrochen, und das Bewegungsprofil der einzelnen Personen lässt nichts zu wünschen übrig. Kraftvoll konturiert Florian Teatiu seinen Romeo, und als Julia wirkt Ludmila Komkova keinesfalls kindlich. Kein Wunder also, wenn sie sich schon im ersten Akt auf Augenhöhe begegnen und nicht erst wie bei Shakespeare (und Cranko) einen gemeinsamen Boden für ihre Beziehung finden müssen. Stephan Thoss lässt beide Körper sprechen. Was sie bewegt, dafür stehen ihre Doubles, und als solche können sich Valeria Lampadova und Daniel Whiley durchaus behaupten, auch wenn sie eher die lyrischen Saiten der beiden zum Schwingen bringen. Am Ende sind es allerdings die ‚Schatten‘, die ihr Schicksal besiegeln. Als ob sie ihnen das Genick gebrochen hätten, sterben Romeo und Julia in ihren Armen. Nicht ohne Grund heißt es dazu resümierend im Programmheft: ‚Love kills‘. Liebe tötet. 
Wie immer bei Stephan Thoss scheinen sie hoch motiviert, voller Energie und von einem Elan, der keine Erschöpfung kennt. Wer immer gerade agiert, sei es FAUST-Preisträger Giuseppe Spota als etwas schmutziger Mercutio, Yuki Mori in der Rolle seines Samurai-Widersachers oder Maria Eckert als gramgebeugte Mutter: Sie alle sind hundertprozentig bei der Sache und tanzen sich Leben und letztlich alle Leidenschaft aus dem Leib.

die Deutsche Bühne, April 2012