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Blaubarts Geheimnis

Blaubarts Geheimnis
Blaubarts Geheimnis

Blaubarts Geheimnis

Musik: Henryk Górecki und Philip Glass   
Musikal. Leitung: 
Wolfgang Ott     
Kostüm & Bühnenbild: 
Stephan Thoss
Dramaturgie: Anja von Witzler, Stephan Thoss
Licht: Klaus Krauspenhaar
Pianisten: Julia Okruashvili, Waldemar Martynel
Dauer : 2 h
 

Großer Ballettabend in zwei Teilen nach Motiven des brutalen Frauenmörders „Blaubart“ von Charles Perrault. Im Mittelpunkt des zweiten Teils, steht jene Figur und das dunkle Rätsel seiner Vergangenheit, durch welches Judith, seine letzte Eroberung, sich leidenschaftlich kämpft und ihre Angst überwindet. Für Blaubart, der bisher die Regeln für seine Frauen aufstellt, dreht sich am Ende das Kräfteverhältnis um.

Ganz anders die emotional-verflochtene Version, die Stephan Thoss mit seinem Ballett ‚Blaubarts Geheimnis‘ am Staatstheater Wiesbaden erschaffen hat. Thoss ist jemand, der thematische Stoffe gern als Ausgangsbasis nutzt, um sich dann in seiner choreografischen Arbeit ganz und gar dem Tiefenrausch der Musik hinzugeben. Erneut ist ihm das in Wiesbaden vortrefflich gelungen. Die Blaubart-Geschichte dient dabei nur zur Metapher, mittels der Thoss feinsinnig von den Irrungen und Wirrungen der Liebe erzählen kann, von Schuld, Vergangenheitsschmerz und der Kraft zweier Menschen, sich dennoch eine neue, gemeinsame Zukunft zu formen. Nicht nur technisch brilliert Thoss’ Ballettensemble. Auch erfreut es mit einer Ausdrucksstärke voll subtiler Gesten, unkonventionell, erfrischend. Am Ende liegen Judith und Blaubart übereinander, vereint – auf dem Rücken. Nach dieser Art von Tanztheater kann man süchtig werden.
Deutsche Bühne, April 2011